Dies ist kein geplantes Projekt, sondern steht stellvertretend für viele Stoffströme, die bei Precious Plastic Berlin ankommen. Kunststoffe, die technisch problemlos nutzbar wären, gesellschaftlich aber aus dem Kreislauf fallen.
In unserer Werkstatt lagern mehrere Paletten medizinischer Masken sowie Maskenmaterialien. Unbenutzt, originalverpackt, technisch einwandfrei – und dennoch nicht mehr einsetzbar. Der Grund ist kein Defekt, sondern ein abgelaufenes Verfallsdatum. Für den medizinischen Einsatz ist dieses Datum entscheidend, für das Material selbst jedoch ohne Bedeutung. 

Für uns stellt sich damit eine sehr konkrete Frage: 
Was tun mit großen Mengen Kunststoff, die nicht verbraucht wurden, sondern durch regulatorische Vorgaben aus der Nutzung gefallen sind? 

Die Masken bestehen überwiegend aus Polypropylen – einem Kunststoff, der sich gut recyceln lässt und zu unseren zentralen Arbeitsmaterialien gehört. Gleichzeitig machen sie ein strukturelles Problem sichtbar: Produkte werden in großen Mengen und auf Vorrat hergestellt, ohne dass ihre Weiterverwendung oder ihr Ende mitgedacht wird. Sobald ihr ursprünglicher Zweck entfällt, endet auch die Verantwortung für das Material. Eines der Fälle, in denen Kunststoff haltbarer ist als die Systeme, die ihn hervorgebracht haben.

Wir möchten genau an diesem Punkt ansetzen. Material, das wieder formbar wird, dessen nächste Nutzung jedoch noch entwickelt werden muss. Unser Fokus liegt darauf, aus dieser Situation heraus neue Anwendungen zu entwickeln, Materialwissen zugänglich zu machen und den Umgang mit komplexen Kunststoffströmen praktisch zu erproben.  Erste Platten werden so zu einem Lern- und Entwicklungsraum – für Produktideen, Bildungsformate und den konkreten Umgang mit systemischen Materialüberschüssen. 

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